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PARTY.SAN OPEN AIR 2011

Ort: Schlotheim - Flugplatz Obermehler

Datum: 11.08.2011 - 13.08.2011

Das Party.San 2011 fand zum ersten Mal auf einem neuen Gelände in Schlotheim statt in Bad Berka statt und wie bei jedem Ortwechsel eines Festivals stellte sich sicherlich so manch einer die bange Frage, wie es wohl sein würde, was sich ändert und ob es überhaupt noch das Festival sein wird, was man vielleicht über die Jahre hinweg so lieb gewonnen hat. In diesem speziellen Fall jedoch stand eine Verbesserung außer Frage, sollte das Festivalgelände doch von nun an nicht mehr im Schlamm versinken.

Die Anreise gestaltete sich am Donnerstag für einen Teil der Schreibercrew ein wenig holprig aufgrund einiger Umleitungen und Straßensperrungen in Kombination mit schlechter Beschilderung eben selbiger. Letzten Endes trafen wir jedoch pünktlich ein und konnten erfreut feststellen, dass der gesamte Campingplatz großzügig links und rechts des Rollfeldes angelegt war – kurze Wege für jeden, um vom Gras auf festen Boden zu fahren (im Falle von richtig schlechtem Wetter). Ähnlich verhielt es sich mit kurzen Laufwegen für alle Beteiligten, sowie eine überaus entspannte und familiäre Atmosphäre, die man vielerorts lange suchen kann. Recht schnell offenbarte sich, dass hier wirklich Festivalmacher am Werke sind, die wissen, was sie tun. Die Wege zum Campingplatz, zu den Duschen (Shit & Shower Flatrate!), zu den Bühnen usw. sind allesamt so kurz wie möglich gehalten, die Essensauswahl kann sich (besonders in Relation Essenstände – Anzahl der Besucher) wirklich sehen lassen und die Preise für eben Jenes (4,50 für sehr leckeres Gulasch mit zartem Fleisch beispielsweise oder Waffeln ab 1 € etc.) und Getränke (Bier 2,50) suchen ihresgleichen! Die Merch- und Essensstände sind rund um das Gelände vor der einen (!) Bühne angeordnet, so dass man nie überlegen muss, ob man gerade eine Band verpassen könnte oder nicht, wenn man sich auf die Jagd nach neuen T-Shirts begeben möchte. Bisweilen wirkte das Gelände beinah schon ein wenig zu groß bemessen, jedoch erwies sich die Größe goldrichtig, wenn man sah, wie viele Zuschauer es sich im Laufe des Tages einfach sitzend im hinteren Teil des Geländes gemütlich gemacht hatten und immer noch das Geschehen auf der Bühne verfolgen konnten. Das Einzige, was sich wie schon so oft querstellte, war das Wetter. Es schüttete bisweilen ordentlich und mittwochs, bzw. donnerstags stürmte es recht kräftig, aber immerhin blieb eine Schlammschlacht aus. Dem Sturm war auch die Schuld daran zuzuschieben, dass alle Donnerstags-Bands auf der kleineren Zeltbühne, die eher für die Aftershow Partys gedacht war, spielen mussten. Dank des Sturms hatte das Dach der Hauptbühne gelitten, so dass hier erst einmal Reparaturen angesagt waren, die die gesamte Nacht hindurch dauern mussten. Freitags um 5 Uhr morgens war hier jedoch wieder alles in Butter. Und leichtere bis heftigere Regenschauer hier und da zeigten, dass der Boden immer noch gangbar war und sich kein Teil in eine Schlammwüste verwandelte – Feuertaufe bestanden würde ich sagen.

Donnerstag, 11.08.2011
Aber erst mal zurück zum Donnerstag. Nach Aufbau und allgemeiner Geländeerkundung, nebst Suchen alter Bekannter, begann um 18 Uhr der musikalische Unterhaltungsteil mit BYFROST. Wie zu erwarten, war das Zelt bereits halbwegs gefüllt, denn für alle Besucher war das „Aftershow“ Zelt nicht ausgelegt. Einige wunderten sich unterdessen sicherlich noch, warum hier plötzlich eine Band auf der Bühne stand, die eigentlich auf der Hauptbühne hätte sein sollen. Den Bereich vor eben jener hatte man allerdings bereits großflächig abgesperrt und erste Versuche, das Dach der Mainstage zu reparieren, waren ebenfalls im Gange. Die Norweger von BYFROST haben sicherlich von der kleineren Bühne profitiert, hätte das Trio ansonsten auf der großen Bühne, in der undankbaren Position des Openers, vielleicht ein wenig verloren gewirkt, zumal der Funke nicht so ganz überspringen wollte, trotz redlicher Bemühungen.

So richtig da und im Geschehen waren wir dann erst, als die Thrasher DEW-SCENTED die Bühne enterten. Das Zelt war trotz früher Uhrzeit, wie bereits erwähnt, schon recht ordentlich gefüllt, denn obwohl es recht groß war, war es sicherlich nicht groß genug für die unerwartete Verlegung aller Bands des heutigen Tages in eben Jenes. Die Deutschen brachten die Meute mit „Cities of the Dead“ und anderen Krachern auf Betriebstemperatur und noch war es den bewegungsfreudigeren Fans möglich, sich headbangend vor der Bühne zu bewegen.

Das änderte sich bei den folgenden ABORTED recht schnell, denn hier wurde gemetzelt, was das Zeug hielt. Besonders erfreut war sicherlich keine der Bands nun mit einer knapp hüfthohen Bühne im kleinen Zelt vorlieb nehmen zu müssen, aber da man nichts dagegen tun konnte, machte man das Beste draus. Die niedrige Bühne hatte leider den Nachteil, dass es spätestens ab der Hälfte nur den Hünen noch vergönnt war, auf die Bühne sehen zu können. Aber dem Aufruf von Fronter Sven – „I want all of you to kill each other“ – konnte man sicher auch ohne Sicht auf die Bühne nachkommen. Einen Grinser entlockte er der Menge, als er die Meute mit „Hello, Summer Breeze“ begrüßte, woraufhin er aber nach einem Schluck Wasser schnell anmerkte, „I fucked something up here“ und sich schnell berichtigte. Wirklich krumm hat´s ihm mit Sicherheit niemand genommen. Umbringen wollte natürlich niemand den anderen, aber rund ging es zu „Meticulous Invagination“ vom 2003er „Goremageddon: The Saw and the Carnage Done“ Album, neben weiteren Krachern allemal.

Nach ein wenig Black ´n Roll mit BYFROST und brutaleren Tönen mit den Belgiern, schlugen die Rumänen von NEGURA BUNGET ganz, ganz andere Töne an. Hier muss man fast schon sagen, dass das Zelt eigentlich zur Atmosphäre beitrug, denn während der ruhigeren, atmosphärischen Passagen konnte man die Spannung in der Luft geradezu spüren – auch wenn man durchaus zugeben muss, dass der Auftritt auf der großen Bühne natürlich ebenfalls seinen Reiz gehabt hätte – sicher ist jedenfalls, dass dort wenigstens alle Musiker genügend Platz gehabt hätten. Von manchen schlicht als Atmospheric Black Metal bezeichnet, nennen die Rumänen selbst es eher Transsylvanian Black Metal. Mit einigen metaluntypischen (Holz)Instrumenten wie Panflöte und Co. verzauberten die Rumänen die Menge und sorgten für eine beinah schon tranceartige Wirkung. Eines ist sicher, mit diesem Auftritt konnten sie sicherlich den einen oder anderen von ihrer Musik überzeugen, der bislang nicht den Zugang dazu gefunden hatte. Schade ist jedoch, dass die Zuhörer im hinteren Teil des Zeltes wohl eher Pech hatten, denn dort war von der Atmosphäre der vorderen Reihen nicht allzu viel spürbar.

DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT krempelten das Zelt im Anschluss einmal komplett um und sorgten für eine pechschwarze, bitterböse Atmosphäre. Binnen kürzester Zeit war die Bühne, auf der einige Kerzen mit grüner Flamme flackerten, von Blutspritzern bedeckt und so mancher Fotograf vor der kleinen Bühne, der im vollgepackten Fotograben nicht ausweichen konnte, wurde ebenfalls mitsamt Equipment eingesaut – was war das ein Spaß, die Objektive nachher wieder sauber zu machen. Nach einem Einstieg mit „Saldorian Spell“ vom gleichnamigen 2009er Album, ging es weiter mit „Bearer of the Blackest Might“ und das Zelt war wie bei den Bands zuvor vollgepackt bis auf den letzten Platz. Während zuvor Trance angesagt war, ist die Luft nun von Hass erfüllt, der immer wieder vom fiesen Gesang von Frontfrau Onielar zerrissen und neu entfacht wird.

Setlist DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT
Saldorian Spell
Bearer of Blackest Might
Slaughtercult
Ars Moriendi
???
Das All-Eine
Beneath the Moon Scars Above
Pestilential Deathride
The Descent to the Last Circle
The Saturnine Chapel

Irgendwann, kurz nachdem die polnischen Knüppler von DECAPITATED die Bühne geentert hatten, strich Meinereiner für den heutigen Tag die Segel – vor der Bühne. Im Gegensatz dazu waren die Polen voller Energie und bretterten mit ihrem technischen Death Metal munter drauflos und sorgten abermals für ein Kontrastprogramm am heutigen Abend. Das Zelt schien nun definitiv zum Bersten gefüllt zu sein und die Menge ging steil. Nicht ganz unbeteiligt daran war der wunderbare Sound, der für ordentlich Druck sorgte.

TRIPTYKON hatten im Anschluss die Aufgabe, den ersten Festivaltag zu beschließen. Nach wie vor auf der kleinen Bühne, da die Reparatur des Dachs der Hauptbühne immer noch in vollem Gange war. Auch außerhalb des Zelts, welches nun definitiv so voll war, dass nicht mehr Jeder, der auch etwas sehen wollte, dies auch konnte. Dennoch gingen auch die vor dem Zelt Stehenden nicht leer aus, denn die tonnenschweren Riffs der Band um ex-CELTIC FROST Fronter Thomas Gabriel Fischer, rollten nicht nur über die Köpfe der Menge im Zelt, sondern brachten auch den Rest des Geländes zum Erbeben. Fotos hätte es im Übrigen so oder so keine gegeben, denn die Band ließ keinen einzigen Kameramenschen in den Graben – ob´s wegen der kleinen Bühne war oder wegen etwas anderem, wir werden es nie erfahren.

Ungeachtet dessen jedoch, hatten die Veranstalter und Bands aus dem Bühnen-Maleur das Beste gemacht, die Meute hatte definitiv ihren Spaß und der erste Tag neigte sich nach der Aftershowparty so langsam dem Ende zu.

Freitag, 12.08.2011

Noch in der Nacht wurden die Reparaturarbeiten an der Hauptbühne abgeschlossen, so dass das Freitagsprogramm ganz normal auf der großen Bühne stattfinden konnte. Früh am Morgen – für Festivalverhältnisse – holzen die Schweden von PUTERAEON in bester Death Metal-Manier drauflos und bringen die ersten Festivalbesucher, die sich auf dem Gelände eingefunden haben, so langsam auf Betriebstemperatur. Eines zeigt sich bereits gleich: Der Sound ist wunderbar. Nicht zu leise, aber auch nicht so laut, dass alle Instrumente zu einem Brei geraten. Man sollte nicht meinen, dass das besonders erwähnenswert ist, aber diverse andere Festivals dieses Sommers haben mich eines Besseren belehrt und ordentlicher Sound ist leider nach wie vor eine Seltenheit. Viele Nasen sind leider noch nicht vor der Bühne auszumachen, aber die, die sich so früh aus den Schlafsäcken gewälzt haben, werden mit lecker Todesblei belohnt, vorwiegend vom Debütalbum „The Esoteric Order“. Kann sich hören lassen!

TRUPPENSTURM vermögen im Anschluss mit ihrem War Metal kein wesentlich größeres Publikum vor die Bühne zu ziehen. Und hier kann man´s nicht unbedingt auf die frühe Stunde schieben, denn zwar war das dargebotene Material brutal und schnörkellos, aber eben genau das wurde nach einer Weile ziemlich fade. Bewegungsfreude war ebenfalls vor und auf der Bühne fehl am Platz, so dass die Kriegsmucke recht zügig zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus ging. Warum mir da einige vor dem Gig ein „unbedingt ansehen“ zugeraunt hatten, blieb mir jedenfalls schleierhaft…

Zum Auftritt von URGEHAL wandelten sich allerdings zum einen der Strom an Besuchern und auch die Stimmung auf der Bühne und im Publikum. Die Norweger enterten in voller Black Metal Montur mit extralangen Nieten, Corpsepaint und blutüberströmt die Bühne und gaben allein schon optisch ein wesentlich interessanteres Bild ab – nicht unerwähnt sollen auch die blauen Jeans bleiben, die man in diesem Genre beileibe nicht oft sieht. Neben einer überzeugenderen Bühnenpräsenz hatten sie allerdings auch mitreißenderes Material am Start, so dass sich der Platz nun während ihres knapp 45-minütigen Sets ansehnlich füllte. Saubere Leistung und ein AUTOPSY-Cover gab´s obendrauf.

Zu SKELETONWITCH fanden sich dann eher die Oldschool-Horden vor der Bühne ein, denn auch wenn die Mannen um Fronter Chance Garnette gerne im europäischen Death- und Black Metal wildern, die Basis heißt räudiger Thrash Metal. Die Jungs fanden das alles selber am Geilsten, feierten sich gegenseitig und ließen sich vom angesteckten Publikum ebenfalls feiern. Zu Abrissbirnen wie „Within my Blood“ oder „Beyond the Permafrost“ wurden etliche Rüben geschüttelt und die zutätowierte Ohio-Bande dürfte sich heute mit diesem engagierten Gig eine Menge neue Supporter erspielt haben! Mehr davon.

DESULTORY sorgten für den nächsten schwedischen Musikschwung auf der Bühne und hatten offenbar schlechte Karten beim Wettergott, denn der beschloss offenbar, dass alle Festivalbesucher eine ordentliche Dusche nötig hätten. Beinah pünktlich zu Beginn des Auftritts kam der Regen gleich eimerweise vom Himmel und das Ekelwetter hielt dann erst mal für eine Weile an. Das allerdings schreckte eingefleischte Fans nicht ab. Der harte Kern harrte trotz allem vor der Bühne aus, denn schließlich lassen sich die Haare irgendwann auch wieder trockenbangen. Die Schweden konnten sich so, allem Nass zum Trotz einer den Umständen entsprechend großen Menge erfreuen – verdientermaßen!

Die Texaner von ABSU spielten sich beim Party.San in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch mit „Night Fire Canonization“ vom 2009er Album „Absu“ oder Stücken vom „The Third Stom of Cythraul“-Album „Swords and Leather“ und „Highland Tyrant Attack“. Ich für meinen Teil hatte mich sehr auf deren Auftritt gefreut, da mir ein Livegig bisher noch nicht vergönnt war und wie oft bekommt man schon eine Chance auf einen Gig der Amis. Das letzte Quäntchen hat irgendwie gefehlt, um den Funken vollends überspringen zu lassen, aber dennoch hinterließen sie einen mehr als ordentlichen Eindruck.

PRIMORDIAL bewiesen in gewohnter Manier, wie schnell sie bzw. insbesondere Fronter Alan Averill das Publikum im Griff haben. Sein Gesang sorgte immer wieder für Gänsehaut und die ausladenden Gesten waren das theatralische i-Tüpfelchen der gesamten Performance. Nicht auszudenken, wie der Gig gewirkt hätte, wäre es bereits dunkel gewesen. So jedoch verfehlten die Stücke, allen voran das geniale „Empire Falls“, ihre Wirkung dennoch nicht. Der Sound allerdings war mehr als seltsam und verhagelte den Auftritt einer ansonsten so tollen Band ziemlich – ausnahmsweise war da einmal nicht das Wetter schuld.

MELECHESH brachten mit ihrem Mesopotamien Black Metal und dem hochgelobten neuesten Album „The Epigenesis“ ein gewisses exotisches Flair mit zum Party San und sorgten mit „Ghouls of Nineveh“ und „Sacred Geometry“ von jenem Werk für Stimmung. Auch wenn das Publikum bisweilen einen recht reservierten Eindruck machte, sah man allenthalben anerkennendes Kopfnicken. Für das i-Tüpfelchen sorgte der erwähnenswert klare und druckvolle Sound, durch den die Gitarrenarbeit richtig zur Geltung kam. Daumen hoch und wer´s verpasst hatte, sollte sich mal ganz schnell noch ein Ticket für die laufende Tour besorgen.

BELPHEGOR knüppelten sich im Anschluss munter weiter durch die Black/ Death Metal Schublade und hatten einen ordentlichen Publikumszuspruch zu verbuchen. Was andere „böse“ nennen, sorgte über weite Teile eher für Lacher: Die Stimme von Fronter Helmuth oder besser seine seltsamen, in punkto Wortschatz doch arg begrenzten Ausrufe in bester Southpartk-Timmeyyy-Stimmlage: „Party.Saaaaan, fuck youuuu! Fuck youuuu!“, „Germaniaaaa“ und „Fuck youuu“ in schier endloser Wiederholung. Das jedenfalls bringt mich jedes Mal wieder aufs Neue dazu, mir keinen Gig der Österreicher komplett anzusehen. Musikalisch jedoch gab´s ordentlich was auf die Ohren und das Publikum ließ ordentlich die Matten kreisen. Obendrein griff man Pyro- und Feuerwandtechnisch in die Vollen und eins ist sicher: kalt war einem bei diesem Gig nicht.

1349 zelebrierten danach noch kompromissloser fiesen, eiskalten norwegischen Black Metal mit allem Drum und Dran, angefangen bei megalangen Nieten und Corpsepaint. Für Fotografen war das, im Gegensatz zum Publikum, kein Spaß, denn neben einer in Nebel gehüllten Bühne, auf der man allenfalls die Musiker erahnen konnte, gab es kaum Licht. Bzw. um ganz genau zu sein, Licht gab es genug, es waberte grün und rot und die Strobos blitzten, dass es eine wahre Freude war… Dennoch war die Show abgesehen davon ordentlich und es wurde mit „I am Abomination“ oder „Chasing Dragons“ geknüppelt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Zwischendrin war aber auch mal Essenfassen und Shoppen angesagt, so dass in diesem Fall ein weiterer Bericht zu 1349 und ENSIFERUM flach fällt. Die Co-Headlinerposition der Finnen von ENSIFERUM im Anschluss war mir eh schleierhaft. Zwar ist der Pagan Metal nach wie vor eine beliebte Spielart und sicherlich kam etwas fröhlichere Musik ganz nett als Auflockerung zwischen all dem „voll auf die Zwölf“-Geballer, welches seit 13 Uhr auf die Fans einprasselte, dennoch fragt sich, ob sie zu einer früheren Spielzeit nicht besser dran gewesen wären. Zumal die Finnen ein wenig fehl am Platze wirkten.

Als hätten die Wolken einen eingebauten Timer, begann es fast pünktlich zu Beginn von MORBID ANGEL wieder einmal zu schütten. Nieselregen gab es nicht wirklich, wenn es regnete, schüttete es gleich drauflos und auch dieses Mal blieb nur zu hoffen, dass dies nur ein kurzes Intermezzo war. Ganz so war es leider nicht, denn trotz eines etwas in die Länge gezogenen Aufbaus, machte der Regen keinerlei Anstalten, sich zu verziehen, so dass es noch eine Weile weiternieselte. Einigen Festivalgängern hatte das Wetter mittlerweile wohl so langsam auch ein wenig die Laune verhagelt, denn die Publikumsdimensionen waren nicht mehr unbedingt so, wie man sie bei einem Headliner erwartet hätte, leider. Abgesehen davon jedoch, knüppelten sich die Amis mit feinstem Todesblei durch ihr anderthalb-stündiges Set, welches mit „Immortal Rites“ eingeläutet wurde. Auch das neue, polarisierende Album kam mit „Existo Vulgoré“ und „Nevermore“ und weiteren Songs zum Zuge und gliederte sich bestens in die Riege der alten Stücke ein. Dennoch schien es, als wolle man die Fans ein wenig versöhnlich stimmen und knüppelte kräftig drauf los und verzichtete auf allzu Industriallastige Kracher der neuen Scheibe. Mit dem Rausschmeißer „World of Shit“ wurden die tapfer dem schlechten Wetter trotzenden Fans, im Wissen einem tollen Gig beigewohnt zu haben, mit einem zufriedenen Grinsen zur Aftershowparty oder in die Nacht hinaus entlassen. Definitiv ein fetter Abschluss des zweiten Tages.

Der etwas andere Blickwinkel: MORBID ANGEL waren natürlich unumstritten Headlinerwürdig. Ein Blick auf die Setlist sagt alles. Auch das Fehlen von Donnerfuß Pete Sandoval machte sich im Sound null bemerkbar, Tim Yeung trommelt mindestens ebenso überirdisch, wie der Vorreiter aller Extremschlagzeuger. Allerdings habe ich den wie immer in anderen Sphären schwirrenden Trey Azagtoth an seiner Klampfe schon glorreicher und agiler gesehen, einwandfrei gezockt war das alles dennoch. Somit fokussiert sich natürlich alles in der Band auf Rückkehrer Mr. Vincent (wie seine Lordschaft sich im Booklet der neuen CD betitelt). Dessen Charisma auf der Bühne ist im Extrem-Metalbereich nach wie vor unerreicht! Auch wenn das alles schon sehr Rockstar-mäßig rüberkommt, was bei der unnötig ewig in die Länge gezogenen Umbaupause anfängt, sich über das auf der Bühne huldigen lassen zieht und bei dem schlichten Weglassen des Zugabenteils aufhört. Letzteres scheint irgendwie von so ziemlich allen ignoriert zu werden, denn es ist darüber weder in den Foren etwas zu lesen gewesen (ich hab zumindest nix entdeckt), noch findet sich etwas in bereits erschienen Berichten! Wieso?!… Auch wenn der Curfew bereits erreicht war (durch die dösige Umbaupause bedingt), kann es daran nicht gelegen haben, denn AT THE GATES zockten tags darauf auch wesentlich länger als eingeplant. Zumal das Intro des Zugabenteils noch anlief und auch zuerst niemand Anstalten machte, etwas auf der Bühne abzubauen! Die Quittung war ein gellendes Pfeifkonzert der Anwesenden und durchgeregneten Banger, und das völlig zu Recht! Denn nach schlanken 12 Songs (die zwar alle Klassikerstatus innehaben und ausnahmslos gekillt hatten) und gerade mal einer Stunde (!) Spielzeit, darf man von einem Headliner noch eine Ecke mehr erwarten. Weshalb das nun nicht so war, müsste man mal ergründen beim Veranstalter. Wild diskutierend und lamentierend ging´s dann ein wenig enttäuscht ins Partyzelt, um sich dort bis Ultimo zu vergnügen.

Setlist MORBID ANGEL
Immortal Rites
Fall From Grace
Rapture
Maze of Torment
Existo Vulgoré
Nevermore
I Am Morbid
Angel of Disease
Chapel of Ghouls
Where the Slime Live
God of Emptiness
World Of Shit (The Promised Land)

SAMSTAG, 13.08.2011

Statt laut wummernder Metalbässe von den Anlagen der CD Stände oder einer Schlager CD, die auch mal gern morgens rauf- und runtergedudelt wurde, weckten uns am Samstag eher rockige Töne mit CASHLEY. Keine Ahnung, wie voll das Zelt war, als man Johnny Cash Tribut zollte, aber um langsam wach und fit für den dritten und letzten Tag zu werden, war´s perfekt.

Das hat der Moses zum Glück verpennt… Dann doch lieber per brutalem Death Metal von den Osnabrückern DAWN OF DISEASE wachpusten lassen! Die zockten fast genauso lange, wie MORBID ANGEL ein paar Stunden zuvor, präsentierten nahezu ihr gesamtes Knallerdebut „Legends of Brutality“ und garnierten den sehr engagierten Auftritt mit dem nagelneuen Track „Dead Child Conserved“. Grandioser Einstieg in Tag 3!

Die lustigen Tulpenländler CLITEATER bollerten ihren eigentlich stumpfen Death Grind danach dermaßen vehement durch die Anlage, das einem Hören und Sehen verging. Fronter Joost machte einen auf Corpsegrinder-Banging, hatte auch ansonsten Hummeln im Hintern und der Rest seiner Mannschaft zeigte, dass man ja gar nicht so stumpf knüppelt, wie man anhand der 5 bisherigen Alben meinen könnte. Fies-fettes Riffing und tightes Geholze führten die ausrastende Meute vor der Bühne durch geschmackssichere Titel wie „M.I.L.F. Hunter“. Überraschend toller Gig der Clit-Experten, der durch eine lautstark geforderte Zugabe gekrönt wurde!

Ur-Germanischen Thrash gab´s im Folgenden mit WITCHBURNER, die auch schon bald zwei Jahrzehnte den Underground umwühlen. Aber irgendwie haben es die meisten Thrash-Bands traditionell schwer auf dem Party San und wenn man dann nicht eine starke Performance hinlegt, wird das nix. Zumal die Jungs nun auch nicht gerade mit großen Szene-Hits um sich werfen können. So bleibt ein solider Gig, aus dem man mehr hätte rausholen können.

Auf den Gig von PANZERCHRIST habe wohl nicht nur ich mich besonders gefreut, wie man dem gut gefüllten Gelände entnehmen kann. Immerhin traten die dänischen Grenadiere zu ihrem 1.(!)Deutschland-Gig in 17 Jahren Bandgeschichte an! Und zum ersten Live-Gig seit 11 Jahren oder so. Das durfte man als Death Metaller natürlich nicht verpassen, wobei man sagen muss, das sie mit dem neuen Plattwalzer „Regiment Ragnarök“ eher im Black Metal scheppern, denn im vormals praktizierten Groove-Death Metal. Den erwartet man ja auch eigentlich eher von ex-ILLDISPOSED-Klampfer Lasse, der sich zusammen mit dem Rest der Haubitzen freut wie Bolle über die großartigen Reaktionen der Meute. Das 96er-Debut der Panzerchristen „Six Seconds Kill“ zählt nach BOLT THROWER zu den mächtigsten Geschossen im Niederwalzenden Death Metal! Leider ist man von diesem Pfad etwa abgekommen und neue Tracks wie „For the Iron Cross“ stellen eher die MARDUK-Liga zufrieden, wenn auch mit Deathigem Unterton. Der Frontschlaks entpuppt sich als formidables Growl- und Kreisch-Schrapnell, das traut man ihm bei seiner Erscheinung nun wahrlich nicht zu! Es wird gepost bis der Arzt kommt, die Spielfreude schießt den Jungs förmlich aus dem Arsch und selbigen spielen sie sich intensivst ab. Auch wenn mir sicherlich mehr alte Schoten in der Setlist lieber gewesen wären, so bläst der Gig dennoch mächtig um. Und mit dem überraschend nah am Original (und endfett!) rausgeschobenen METAL CHURCH-Klassiker gleichen Namens überzeugt man auch den Rest des Geländes. Kennt man, liebt man, grölt man mit. Die müssen jetzt endlich mal unbedingt auf Tour kommen mit voller Setlist!

Dagegen wirkt der Gute-Laune-Sound der Holländer HEIDEVOLK genauso deplatziert, wie ENSIFERUM tags zuvor. Kontrastbands, die man auf dem Party San nicht braucht. Auch wenn die Darbietung einwandfrei ist und die Herren sicherlich einige Fans unter den ganzen Bösheimern haben, wichtig ist das hier und heute mal gar nicht. Bei „Saksenland“ bekommt man dennoch einen Großteil des Geländes zum Mitgröhlen animiert, der Rest vergnügt sich an den zahlreichen Ständen… Coma Libre geht immer!

Eigentlich sollten jetzt die freudig erwarteten Schlächter EXHUMED metzeln, die zogen es aber Spinal Tap-mäßig mal vor nach Bad Berka (sic!) zu düsen! Somit mussten norwegischen Black Metaller TAAKE etwas früher auf die Bretter, was für etliche verwirrte Gestalten im Publikum sorgte, denn angesagt wurde das Ganze meines Wissens nicht. Störte die Gesellen um Frontchef Hoest aber auch nicht, die zelebrierten ihren rumpeligen oldschool-Black Metal mit Rock-Kante und mir-doch-egal-Einstellung boshaft genug ins Gelände, das selbiges gut gefüllt blieb. Etliche Fans dürften die Norweger allerdings durch die Umpositionierung verpasst haben. Am Informationsfluss darf man von Veranstalterseite im nächsten Jahr gerne arbeiten, heißt verbessern!

EXHUMED sind dann doch noch im richtigen Ort gelandet und prügeln von der ersten Sekunde an alles in Grund und Boden! Unfassbar tight und fett gurgelt man sich durch vornehmlich erst mal neue Eiterbolzen von der fantastischen neuen Schlachtplatte „All Guts,No Glory“, bevor es durch die ellenlange Bandhistory geht. Besser kann man im Jahre 2011 Gore-Grind/ Death der mächtigen alten CARCASS-Schule nicht intonieren! Was die Meute vor der Bühne wohl auch so sieht und die Amis derbe abfeiert. Gore Galore. Exhume to Consume!

Die folgenden Ami-„Black“ Metaller NACHTMYSTIUM zählen zu den völlig überbewertetsten Combos derzeit. Man kann sich das auch alles schön schreiben und hochstilisieren (siehe OPETH, MASTODON, GHOST oder die völlig belanglosen THE DEVIL´S BLOOD) , unterm Strich machen die Herren um Blake Judd zwar einen passablen Sound, der aber mit Black Metal nicht so richtig viel am Hut hat, eher Post-Schräg ist, sogar progressiv wird bisweilen, aber einfach beileibe nicht das Potenzial von neueren SATYRICON oder ähnlichen ex-Blackies abwirft. Ami-typisch bleibt da einfach nix hängen, auch wenn man den ein oder anderen coolen Song am Start hat. Das letzte Album „Addicts:Black Meddle Pt.II“ war nicht so überragend, wie manche es gerne sehen, der Gig heute bestätigt das. Solide, mehr nicht.

Setlist NACHTMYSTIUM
A Seed for Suffering
Your True Enemy
Addicts
One of These Nights
Assassins
Hellish Overdose
Ashes to Ashes
Ghosts of Grace

Ganz andere Baustelle wieder: Das nach BOLT THROWER mächtigste Death Metal-Kommando HAIL OF BULLETS um den wohl beliebtesten Szene-Fronter Martin van Drunen. Der ist auf dem Festival ja Stammgast mittlerweile, immer im Wechsel mit dieser Combo und den nicht minder starken ASPHYX (die dann bestimmt nächstes Jahr wieder zocken…). Zum bodenständigen Party.San passt niemand charakterlich besser wie van Drunen. Der Typ von nebenan, mit dem du Grashalme stehlen kannst, jedes Getränk in Reichweite vernichten, oder einfach eine jederzeit lockere und grandiose Death Metal-Show feiern kannst. Nebenbei hat der Mann noch so ziemlich das geilste Sangesorgan der Szene, was er ja, Bescheidenheit in Person, gar nicht so gerne hört. Dass hier allesamt exzellente Musiker am Werk sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Man darf auch gerne von Death Metal-Supergroup sprechen, jeder für sich an seinem Arbeitsgerät eine Koryphäe! Dementsprechend schlugen die beiden bisherigen Alben ein wie Bombe und bald werden die Jungs als Headliner auf Festivals alles in Schutt und Asche legen. Das Gelände ist brechend voll, wobei halt nach hinten raus aber noch mächtig viel Platz ist, was so ja auch gewollt ist vom Veranstalter. Hier werden eben nicht bis zum letzten Grashalm Karten vertickt… HAIL OF BULLETS walzen mit Übersongs wie „Operation Z“ oder „Ordered Eastward“ Pyrounterstützt über die Bühne, das Gelände, das Publikum, einfach alles. Death Metal in Reinkultur mit technischen Finessen und einem wie immer locker-gut gelaunten van Drunen, der einmal mehr mit seinen witzigen Ansagen die Lacher auf seiner Seite hat und damit das Publikum voll im Griff. Allerdings muss man auch hier aufpassen, dass man nicht an jedem Blumentopf spielt, denn so langsam schleicht sich ein wenig Routine ein auf Grund der unzähligen Gigs. Dennoch: Die Macht!

Die absolute Macht waren danach etwas überraschend auch die Black Metaller WATAIN! Die werden mir auch allerorten viel zu viel gehypt… in 10 Jahren kann man sich mit Termi wie „Klassiker“ oder „Black Metal-Legende“ und ähnlichem Unfug befassen, bis dahin sind hier weder die neuen DISSECTION, noch die neuen IMMORTAL (oder sonst eine Truppe der ersten Liga) am Werk und als Vergleich zugelassen. Aber sie sind auf dem besten Weg dahin. Denn einzigartig sind sie in ihrer Gesamtheit schon! Zwar nicht unbedingt musikalisch, aber Live zündet der unheimlich tight gezockte Black/ Death Metal in Verbindung mit der wirklich exorbitanten Show grandios. Und man muss mal ganz einfach und ehrlich sagen, dass die Jungs hier und heute einen absoluten Headlinergig im ganz großen Stil hingelegt haben! Die Show mit den Bühnenklamotten, dem ganzen Blut, der morbiden Bühnenoptik und den massiven Pyros ergibt mit der nahezu perfekt abgestimmten Lightshow fast schon ein Gesamtkunstwerk, das bis ins kleinste Detail durchgeplant ist. Auf dem diesjährigen Party San habe ich keinen geileren Gig gesehen, was mich selber überrascht hat! Der Platz vor der Bühne ist selbstredend brechend voll. Fronter Erik ist der geborene Deibel-Fronter und hat Band und Menge im blutigen Griff… überhaupt Band: die zockt wahrlich brillant und kann auch musikalisch trotz der opulenten Show Ausrufezeichen setzen, die man nicht ignorieren kann. Das ist schon die Champions League und steht auch kommerziell ganz kurz vor dem Sprung in höchste Black Metal-Sphären. Die Herren sind sogar schon so gefestigt und selbstsicher, das sie es sich erlauben (können), einfach mal auf einen „Hit“ wie „Sworn to the Dark“ zu verzichten! Dafür gibt´s unter anderem „The Limb Crucifix“, „Rabid Death´s Curse“ und eine morbid-geile BATHORY-Coverversion von „A Fine Day to Die“ um die Ohren gepustet! WATAIN waren der heimliche Headliner auf dem Party San 2011, wurden dementsprechend abgefeiert wie sonst was und dürften demnächst wohl nur noch Headlinerpositionen auf Festivals dieser Größenordnung einnehmen. Respekt, ganz ganz großes böses Black Metal-Kino!

DIE deutsche Death Metal-Legende (und hier darf man diesen Terminus benutzen!) MORGOTH nach diesem infernalischen Sturm auf die Folgeposition zu packen, war die einzig richtige Entscheidung. Denn immerhin kehrt hier und heute die erste deutsche Death Metal-Combo nach gut 15 Jahren zurück auf die Bühne, um das 20-Jährige ihres Klassikers „Cursed“ zu begehen! Abgesehen von 2 kleinen Club-Warm up-Shows gab es den Rock Hard Festival-Gig als erste Feuertaufe des neuen Line-Ups, der aber nicht so recht bis ins Letzte zündete. Heute dauert es nur kurze Zeit, bis sich die vollversammelte Meute in den Bann ziehen lässt von Mächtigkeiten wie „Pits of Utumno“, „Body Count“, „Burnt Identity“, „Isolated“ oder „Exit to Temptation“. Fronter Marc Grewe growlt zwar nicht mehr ganz so extrem tief, wie anno dunnemal und hat wohl auch ein wenig zu viel gefeiert vor der Show, an der astreinen Performance gibt´s aber nix zu mäkeln. Band und Publikum stacheln sich gegenseitig an und so gerät der Gig zu einem grandiosen Comeback, das frenetisch gefeiert wird. Hier ist halt fachmännisches Ballerpublikum im richtigen Alter am Start, und da weiß man es zu schätzen und honorieren, wenn altgediente Recken ihre Gedärme nochmal hochkriegen und ein starkes Comeback hinlegen. Man wird sehen, ob die Herren mit einem neuen Album weiter punkten können. Welcome back!

Man sollte meinen, dass die wesentlich ruhigeren Norweger ENSLAVED nach diesen beiden Abrisskommandos nix mehr reißen können… doch weit gefehlt! Ihr eher getragener Sound mit weitläufigen Melodien und viel Atmosphäre scheint die willkommene Abwechslung zu bieten, die das Party San-Volk jetzt braucht. „Fusion of Sense and Earth“ oder „Raidho“ bringen die Meute – zwar entspannter – aber dennoch in frenetische Wallung, mit dem beschließenden „Isa“ beendet man eine der geschlossensten Bandleistungen des Wochenendes furios und zeigt sich durchaus dieser hohen Billingposition würdig, was nicht nur mich überrascht hat! Stark!

Es ist zwar schon verdammt spät und auch das Wetter wieder sehr bescheiden, aber als die Mutter aller Göteborg-Bands AT THE GATES loslegt, gibt´s kein Halten mehr für das prall gefüllte Gelände! „Slaughter of the Soul“ startet eine Abfahrt, der man einfach beigewohnt haben muss. Tompa ist und bleibt einer der urigsten (und auch einer der besten!) Frontmänner der Szene und was die anderen Jungs an ihren Instrumenten abziehen, ist einmal mehr eine Klasse für sich! Tight as fuck wird hier eine Granate nach der Nächsten in brillantem Sound rausgeblasen, mindestens so brillant wie der Wacken-Gig – nur das dort zehnmal so viel Leute vor der Bühne hingen. Heute haben sich dafür aber wenigst ausnahmslos Fans der Band eingefunden, die einen der wenigen AT THE GATES-Gigs zu einem erneuten Triumphzug machen und nicht nur die Frage nach einem neuen Album aufwerfen, sondern auch die nach einer kompletten Reunion. Die „Slaughter of the Soul“-Killertunes pulverisieren eine statische Langweilerkapelle wie IN FLAMES zu einer noch belangloseren Kaspertruppe, als sie eh schon sind mittlerweile und zeigen allen Nachahmern spielend, wer hier Scheff im Ring ist! Zudem kann man auf ebenso grandiose Frühmeisterwerke wie „Windows“ oder „Raped by The Light of Christ“ zurückgreifen. Geiler geht nicht! Ach doch: Im Zugabenteil irgendwo nach 2 Uhr blasen die absoluten Überhits „Blinded by Fear“ und „Kingdom Gone“ sämtlichen noch Stehenden endgültig die Lampen sowas von aus, das man im Wahn nur noch was von „überirdisch“ faseln kann. Bitte auch umgehend als DVD rausbringen! Viel Partyzelt war danach natürlich nicht mehr…

Fazit 1: Der Ortwechsel hat sich als goldrichtig erwiesen. Es gab, wie auf einem neuen Gelände kaum zu vermeiden, natürlich einige Dinge, die verbessert werden müssen, aber der Veranstalter hat bereits in einem ausführlichen Statement alle Punkte nebst Verbesserungsvorschlägen gepostet. Angenehme Preise, familiäre Atmosphäre – das Festival hatte eigentlich genau das, was man von einem Festival erwartete und es bleibt zu hoffen, dass sich dies auch nicht so schnell ändern wird. Wenn man dann im nächsten Jahr die angesprochenen Punkte wie die Ausschilderung ein wenig verbessert – z.B. früher als erst in Schlotheim Plakate mit Wegweisern aufhängen, die Verteilung der Dixis ändert etc., wären wohl die Meisten so ziemlich wunschlos glücklich. Das es anno 2012 auch wieder ein extremes Line-Up geben wird, daran gibt es wohl kaum Zweifel.

Fazit 2:das Party San ist und bleibt DAS Festival jedes Jahr! Der Umzug hätte nicht besser klappen können. Man hat mehr Auslaufzonen auf dem Gelände, rundherum ist nichts außer Wiese und dennoch sind die Wege recht kurz. Voll war´s auch, die Fans haben den Schritt also mitgemacht und nachvollziehen können. Die Preise fürs Ticket und Verköstigung auf dem Gelände sind in dieser Festivalgrößenordnung nach wie vor unschlagbar! Für den Faux-Pas mit der Bühne am Donnerstag kann man nichts, hat das aber bestens gelöst und gemeistert, was wieder einmal den Einsatz der Party San-Crew zeigt. OK, zu bemäkeln gibt´s neben der nicht vorhandenen Beschilderung zur Festivalanfahrt zum einen die technischen Aussetzer bei etlichen Intros einiger Bands, sowie die häufig übermäßige Lautstärke (was aber nicht nur auf dem PS so war dieses Jahr!), bei der man sich selbst im mittleren Bereich des Geländes anbrüllen musste, um den Nebenmann zu verstehen. Weniger ist manchmal mehr… und vor allem gibt´s dann auch klareren Sound(meist). Es wird schwer werden, das mächtige 2011er-Billing im nächsten Jahr zu toppen. Aber wie ich die PS-Crew kenne, zaubern sie wieder das ein oder andere überraschende Highlight aus dem Hut (BOLT THROWER!!! Bitte…) und egal, wer lärmen wird: WIR SIND 2012 DABEI!

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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